Im «Blumenfeld» von Wipkingen

Der Garten am Fluss ist ein Gemeinschaftsgarten in Wipkingen, direkt an der Limmat. Ein kleines Stückchen davon gehört dem Projekt «Blumenfeld am Fluss». Es soll insbesondere den Bewohnenden des Bundesasylzentrums eine kleine grüne Oase bieten.

Anna, Smilla, Leila und Anna vom Projektteam "Blumenfeld" (Foto: das)

Nicht ganz einfach zu finden ist er, der Eingang zum Garten am Fluss. Die Journalistin irrt ein wenig umher, zwischen den verschiedenen Gärten und Grünflächen in Wipkingen, unterhalb der Breitensteinstrasse, direkt am Limmatufer. Ist der Eingang vielleicht auf der Flussseite? Nein, hier findet sich zwar ein Gartentörchen, aber das ist verschlossen.

Also wieder zurück Richtung Strasse. Und dort, ein wenig versteckt im Gebüsch, befindet sich das Tor zum Gartenglück. Dahinter ein paar höhere Büsche, ein kleines Häuschen und ein grosszügiger Garten mit vielfältigen Beeten. Insekten summen, Blumen blühen, es riecht wohltuend nach Kräutern – ein echtes Idyll.

Vor dem Häuschen, in dem sich neben Lagerräumen und Werkzeugen auch eine kleine Küche befindet, ist ein Tisch gedeckt mit Teekrügen, Kaffeekannen und Znüni-Accessoires. Natürlich dürfen auch ein, zwei farbenfrohe Blumensträusse nicht fehlen. An diesem Mittwochvormittag trifft sich das Blumenfeld-Team zu einem Meeting: Gartenarbeit und besprechen, was an den nächsten Anlässen geschehen soll.

Kunst und Nachhaltigkeit

Ihr Projekt „Blumenfeld“ startete im Herbst 2022: Der Verein «Störfaktor:innen» erhielt finanzielle Unterstützung vom städtischen Pilotprojekt «Arts for Future» für die Idee, niederschwellige gestalterische und botanisch-kulinarische Anlässe für BAZ- und Quartier-Bewohnende anzubieten.

Der «Garten am Fluss» ist ein ebenfalls von einem Verein betriebenen offener Begegnungs- und Lernort. In Fussdistanz zum Bundesasylzentrum erwies er sich als idealer Standort. Anna Albisetti, Mitinitiantin des Projekts, fand den Ort zufälligerweise. Die Störfaktor:innen erhielten die Gelegenheit, beim Verein «Garten am Fluss» nicht grad ein Feld, aber doch zwei grosse Beete zu pachten, auf denen sie Blumen, Beeren und Kräuter anpflanzen.

Dieses kleine Gärtchen soll seither einerseits als Ort zum Verweilen und Entspannen dienen, andererseits auch den Bewohner*innen des Asylzentrums die Möglichkeit bieten, Blumen zu pflücken, um damit ein wenig Farbe in ihre doch eher tristen Unterkünfte zu bringen.

Auf dem «Blumenfeld». (Foto: das)

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Kressemonster basteln oder Teekräuter ernten

Mittlerweile wird hier bereits in der dritten Saison gegärtnert. In diesem Jahr wird besondere Aufmerksamkeit auf die Erweiterung und die Diversität des Teams gelegt. Die sechsköpfige Projektgruppe kümmert sich um die Beete und organisiert regelmässig Workshops und Kollaborationen.
Geleitet werden die Veranstaltungen immer von zwei Mitgliedern des Teams, welche gemeinsam das Konzept für einen Workshop-Nachmittag entwickeln. Hier können die Teilnehmenden im Garten kreativ tätig werden: Erst vergangene Woche etwa fand ein Workshop statt, an dem Broschen gebastelt und mit Blumen verziert werden konnten. 

Auch Integrationsklassen kommen oft und gerne im Garten vorbei: Vor den Sommerferien wurden etwa an einem Vormittag gemeinsam mit Kindern «Kressemonster» angefertigt: Dazu wurde ein Strumpf mit Kleintierstreu gefüllt, so dass er die Form eines Kopfes erhielt.

Kressesamen wurden dazugegeben. Mit etwas Geduld und Giessen fingen die Samen an zu wachsen und machten aus dem alten Strumpf ein fröhliches Monster mit Kressehaaren. Eine ganz einfache, aber bestechende Idee, die von der Integrationsklasse mit grosser Begeisterung aufgenommen wurde, wie Smilla von der Projektgruppe berichtet.

Was dem «Blumenfeld» nun noch ein wenig fehlt, ist die Beteiligung aus dem Quartier. «Wir freuen uns über alle, die in den Garten kommen und gemeinsam mit Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte an diesem schönen Ort gestaltend und entspannend Zeit verbringen.» meint Leila.
Das Interesse am Blumenfeld darf also gerne noch etwas weiter wachsen.

Zur Website: Blumenfeld am Fluss, Breitensteinstrasse 59, 8037 Zürich

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