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Jacqueline Badran, Nationalrätin, Wipkingen

25. September 2019 von

Eine Politikerin, die greifbare Resultate liefert: Nationalrätin Jacqueline Badran mit einem selbstgezogenen Balkonkürbis.
Foto: zvg

Eine Politikerin, die greifbare Resultate liefert: Nationalrätin Jacqueline Badran mit einem selbstgezogenen Balkonkürbis.

Jacqueline Badran, Nationalrätin, Wipkingen

Von

Online seit
25. September 2019

Printausgabe vom
26. September 2019
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Jacqueline Badran ist für die SP Zürich im Nationalrat, sie hat ein eigenes Unternehmen im Kreis 4 und wohnt in Wipkingen. Für ihr temperamentvolles Engagement wird sie oft gefürchtet. Aber da ist ja auch noch die Privatperson, die im Zentrum von Wipkingen wohnt. Mitten in der Herbstsession des Nationalrats hat Mathias Egloff ihr ein paar Fragen gestellt.

Was hat dich nach Wipkingen gebracht?

Jacqueline Badran: Ich hatte schon immer ein Auge auf Wipkingen, weil es so zentral und doch ruhig ist und vor allem seinen dörflichen Quartiercharakter noch erhalten hat, trotz dem Rosengarten. Heute möchte ich nirgends anders in der Stadt leben.

Was bedeutet dir dein Dachgarten?

Er ist der wichtigste Ort für mich überhaupt. Es ist wie eine Mini-Stadtoase, wo Vögel, Schmetterlinge und Bienen vorbeikommen. An jedem Tag ist es wie an einer Kindergeburtstagsparty, wo ich fasziniert und immer wieder aufs Neue überrascht staunen darf, was da alles wieder gewachsen ist aus diesen Töpfen. Zum Beispiel Erdbeeren, Himbeeren oder Brombeeren, Bohnen, Trauben oder Kürbisse und vieles mehr. Das bereitet mir Freude pur.

Welches ist dein Lieblingsort in Wipkingen?

Eindeutig der Röschibachplatz. Er ist wie ein Dorfplatz: Es ist für mich schön, dort zu verweilen, mit allen möglichen Menschen ein Schwätzchen zu halten, an den Markt zu gehen oder im Nordbrüggli Zeitung zu lesen.

Wie stehst du zum Rosengartenprojekt?

Das ist Uralt-Verkehrspolitik, gigantisch teuer und verlagert einzig die Probleme, statt sie zu lösen. Das ist in jeder Beziehung ein Auslaufmodell. Wer kommt eigentlich auf die irrsinnige Idee dafür noch Milliarden auszugeben?

Warum braucht es eine linke Mehrheit im Nationalrat?

Weil sonst das Kapital unser Leben diktiert. Wüssten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger was da alles von einschlägigen Lobbyisten von Pharma, Krankenkassen, Finanzbranche, Versicherungen, Öl-Konzernen und so weiter bestellt und willfährig umgesetzt wird, sie würden einen Aufstand proben. Eine linke Mehrheit wird es nie geben, aber eine Mehrheit aus FDP und SVP, wie wir es jetzt haben, ist komplett untauglich für unser System. Sie drücken vieles durch oder blockieren Vorhaben. Wir müssen dann Referenden ergreifen – was wir übrigens sehr erfolgreich bei der Unternehmenssteuerreform 3 getan haben. Es braucht in der Schweiz eine starke SP als korrigierende aber auch als gestaltende Kraft. Ohne starke SP gehen unsere Löhne und Renten runter, Mieten und Krankenkassenprämien dafür rauf. Und Lösungen für Umwelt- Und Naturschutzprobleme gibt es nur mit dem Sachverstand und der Power der SP. So waren und bleiben wir bei der Energiewende, der Verkehrsverlagerung und im Naturschutz federführend.

Klimakrise: Welche Ideen hast du zur Bewältigung?

Seit 40 Jahren bin ich jetzt an diesem Thema. Die Umweltfrage hat mich als Jugendliche politisiert und mich zum Biologiestudium gebracht und später an die HSG, wo ich viel Umweltökonomie studiert habe. Wir geben jedes Jahr Milliarden für die Sanierung verseuchter Böden aus, weil wir früher zu wenig Umweltschutz gemacht haben. Reparaturkosten sind immer teurer als Vorsorge. Und bei der Klimakatastrophe haben wir irreversible Schäden, die wir nicht mehr reparieren können. Dazu gehört das Artensterben, das menschgemacht unter anderem durch die Erwärmung getrieben wird. Das ist doch unerträglich. Dazu haben wir kein Recht.

Herzlichen Dank und weiterhin viel Erfolg.

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