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Jung aber oho!

26. März 2019 von

Make Love, not CO2 – Jugendliche machen mit selbstgebastelten Plakaten auf die Klimakrise aufmerksam.
Foto: zvg

Make Love, not CO2 – Jugendliche machen mit selbstgebastelten Plakaten auf die Klimakrise aufmerksam.

Foto: zvg

Der Wipkinger Manuel Frick hat die Jungpartei der Jungen Grünliberalen im Kanton Zürich aufgebaut und leitet sie seit zwei Jahren im Co-Präsidium.

Von

Online seit
26. März 2019

Printausgabe vom
28. März 2019
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Die Jungen Grünliberalen befinden sich auf der Überholspur. Erst vor knapp drei Jahren wurde der Zürcher Ableger der Jungpartei gegründet, aktuell zählen die Jungen Grünliberalen Kanton Zürich schon über 200 Mitglieder, Tendenz stark steigend.

Was treibt so viele Junge in die Politik? Die meisten haben schlichtweg die Nase voll. Klimawandel, AHV, Energiepolitik, Verkehr – die Jugend wird regelmässig und in diversen Themen übergangen. Kuhhändel, bei denen Junge die Zeche bezahlen, sind heute salonfähig. Doppelstöckige Autobahnen, einen 1,1 Milliarden teuren Strassentunnel mitten in Wipkingen, Beton soweit das Auge reicht: Während sich die Mehrheit der Parlamentarier und Parlamentarierinnen mit Lösungen aus den 80er-Jahren ihre Träume verwirklichen, steigt der Schuldenbetrag auf der Kreditkarte der Jungen mit jedem Jahr. Massnahmen gegen den Klimawandel werden abgeblockt, die AHV nur oberflächlich saniert, die Energiepolitik bleibt im fossilen Zeitalter stecken. Sieht so unsere Zukunft aus?

Mit Whatsapp und Hashtags gegen den Klimawandel

Aber nicht alle Jungen, die was in unserer Welt verändern und sich zu politischen Themen äussern wollen, treten einer Partei bei. Mit Hashtags, Whatsapp und mit vielen kreativen, selbst gebastelten Plakaten machen die Jungen mit den Klimastreiks und -demos auf ihr dringendstes Anliegen aufmerksam – den Klimawandel. Die Klimaerwärmung beträgt heute bereits 1,05°C (14.03.2019, Quelle: NASA, https://climate.nasa.gov/), mit dem aktuellen Kurs zielen wir ungebremst auf 4,5°C. Bereits jetzt sind die Folgen dieses einen Grades spürbar: man erinnere sich an den letzten Sommer und die weltweiten Überschwemmungen, Hitzewellen und Dürren. Nicht auszudenken, was 4,5 Grad mit unserer Lebensgrundlage machen werden. Angetrieben von dieser Vorstellung gehen auf der ganzen Welt die Schülerinnen und Schüler in rauen Mengen auf die Strasse. An der letzten Demo waren es rund 65’000 Menschen schweizweit. Das Thema ist dringend, und endlich mobilisiert es auch. Wenn wir diese Krise nicht in den Griff kriegen, sind fremde Richter, Schengen-Verträge, Lohnschutzmassnahmen und Unternehmenssteuern bald unser kleinstes Problem.

Was fordern die Schülerinnen und Schüler?

Kurz zusammengefasst: Ernsthafte Klimapolitik. Die Schweiz soll die Klimakatastrophe als Krise anerkennen und entsprechend reagieren. Das heisst konkret: CO2-Nettoemissionen auf Null bis 2030. Die Lösungen sind alle da. CO2-Steuern, welche an die Bevölkerung zurück verteilt werden, das Ende der Subventionen von Kerosin, Dekarbonisierung aller Industriezweige. Man könnte schon lange. Man müsste nur wollen.

Vernünftige Energiepolitik ist auch eine Chance

Bei der Wirtschaft ist es wie mit Kindern: Man sollte ihr grösstmögliches Entfaltungspotenzial bieten, gleichzeitig aber unmissverständliche Rahmenbedingungen aufzeigen. Wer seine Wirtschaft verwöhnt, produziert konkurrenzunfähige, lahme Konzerne. Wer seine Wirtschaft auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet, produziert gesunde, konkurrenzfähige Unternehmungen. Verschaffen wir unserer Wirtschaft also den Wettbewerbsvorteil und setzen wir die richtigen Rahmenbedingungen. Besser heute als morgen.

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