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GZ Wipkingen

Kultur für die Kleinsten

22. September 2021 von

Kinderkulturgruppe GZ Wipkingen: Wiebke Gnodtke, Sophie Stiller, Esther Eckstein (v. l. n. r.). Es fehlt Maja Baumgartner.
Foto: zvg

Kinderkulturgruppe GZ Wipkingen: Wiebke Gnodtke, Sophie Stiller, Esther Eckstein (v. l. n. r.). Es fehlt Maja Baumgartner.

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Online seit
22. September 2021

Printausgabe vom
23. September 2021
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Viermal jährlich präsentiert das GZ Wipkingen im Rahmen der «Kinderkultur» Theateraufführungen für Kindergartenkinder. Hinter der Organisation steckt ein vierköpfiges Frauenteam mit viel Power und Leidenschaft.

Im Herbst und Winter, wenn es draussen wieder ungemütlicher wird, ist Zeit für Geschichten, Märchen – und Theater. Für eine Stunde eintauchen in eine ganz andere Welt, mitfiebern, lachen und vielleicht auch ein wenig mitleiden – ein ganz besonderes Erlebnis nicht nur für Erwachsene, sondern auch für viele Kinder. Im GZ Wipkingen haben Kinder im Kindergartenalter und ihre Begleitpersonen von November bis Februar einmal monatlich die Gelegenheit dazu: Die Kinderkulturgruppe organisiert für sie jährlich vier verschiedene Theateraufführungen.

Über die Kinder und Enkel*innen zum Theater gekommen

Die vier Frauen, die hier alle bereits seit mehreren Jahren in freiwilliger Arbeit die Vorführungen gemeinsam organisieren, sind allesamt beruflich und privat selbst sehr theateraffin. Drei von ihnen hatten Zeit, in einem Gespräch ein wenig über ihre Beweggründe und die Organisation dieser Anlässe zu berichten. Esther Eckstein ist ehemalige Primarlehrerin und Schulleiterin aus Oetwil am See. Schon als Lehrerin war sie in der Schule für die dort stattfindenden Theateraufführungen zuständig, hat Produktionen eingekauft und mit ihren Schüler*innen eigene Stücke inszeniert. Dann besuchte sie mit ihrer Enkeltochter die Vorstellungen der Kinderkultur im GZ Wipkingen und war gleich begeistert. Schon damals war Karl Guyer, der Leiter des GZs, auf der Suche nach Verstärkung für das Team, doch Esther widerstand zunächst der Versuchung, gleich mitanzupacken. Erst als sie selber aus dem Berufsleben zurückgetreten war, meldete sie sich wieder bei Guyer und ist nun seit rund vier Jahren Teil des Teams. Ganz ähnlich sind auch Wiebke Gnodtke und Sophie Stiller zum Kindertheater gekommen. Beide wohnen in Wipkingen und kannten das GZ bereits als Besucherinnen mit ihren eigenen Kindern. «Wir haben viel Zeit im GZ verbracht, auf dem Spielplatz, bei den verschiedenen Angeboten – und auch im Kindertheater», erinnern sich die beiden. Mittlerweile sind die eigenen Kinder herangewachsen und gehören als Teenager nicht mehr zum Zielpublikum, doch die Faszination und Begeisterung fürs Kindertheater ist ihren Müttern geblieben. Auch beruflich haben die zwei mit Veranstaltungen zu tun: Während Sophie in der Eventbranche tätig ist, war Wiebke vor ihrem Umzug in die Schweiz in München als Verlagslektorin für einen Theaterverlag zuständig.

Die Qual der Wahl

Für das Team beginnt die Vorbereitungsarbeit für die Theateraufführungen jeweils schon früh im Jahr: Bereits am Jahresanfang setzen sie sich zusammen und suchen die Theaterproduktionen aus, die sie für die kommende Saison buchen wollen – möglichst vielfältig, aber natürlich im Rahmen ihres Budgets und der technischen Möglichkeiten im Saal des Gemeinschaftszentrums. «Wir schauen uns verschiedene Aufführungen an, besuchen auch Festivals oder klären ab, was auf anderen Kindertheaterbühnen gerade so läuft. Weil unser Budget nicht so gross ist und wir in unserem Veranstaltungssaal auch keine richtige Bühne zur Verfügung stellen können, kommen meistens nur kleinere Produktionen in Frage – ein bis maximal drei Künstlerinnen», erklären die drei. Dabei ist die Vielfalt gross: vom Chasperlitheater über Figurentheater bis hin zu Ein-Personen-Stücken. «Es ist unglaublich, was die Künstlerinnen teilweise so alles zu bieten haben. Das sind mitunter echte Allrounder, mit Multimedia-Equipment, Musik, Akrobatik und allem, was man sich vorstellen kann», ergänzt Esther die Ausführungen der anderen. Dann werden die vier verschiedenen Produktionen für jeweils einen Tag gebucht. «Bis im April steht unser Programm für die kommende Saison in der Regel schon fest», erklären die drei Frauen. Die engagierten Künstlerinnen kommen jeweils für diesen einen Tag ins GZ Wipkingen und geben an diesem Tag zwei Vorstellungen: vormittags eine für die Kindergartenklassen aus dem Quartier und der näheren Umgebung, nachmittags findet dann die öffentliche Vorstellung für Kinder im Kindergartenalter in Begleitung von Erwachsenen statt.

Funktionierendes Teamwork mit Unterstützung des GZs

Für die Organisation der Vorstellungen hat sich das perfekt eingespielte Team die Verantwortlichkeiten aufgeteilt: Esther und Maja sind für die Nachmittagsvorstellungen verantwortlich, Sophie und Wiebke für die Kontakte zu den Kindergärten und die Vormittagsvorstellungen. Gemeinsam verteilen sie Flyer, Sophie verfasst zudem noch einen Newsletter, den sie an Interessierte verschickt. Das GZ unterstützt das Team, übernimmt die Vorfinanzierung, schliesst die Veranstaltungsverträge ab, stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung und leistet Unterstützung bei der Werbung und der Produktion von Flyern. Seit drei Jahren erhält die Veranstaltungsreihe nun zusätzlich auch einen finanziellen Zustupf durch den Kinderkulturkredit der Stadt Zürich. «Das ermöglicht es uns, den Künstlerinnen höhere Gagen zu bezahlen sowie die Eintrittspreise für unser Publikum zu senken», freuen sich die Organisator*innen.

Faszination Kindertheater – jedes Stück hat seinen Zauber.

Faszination Kindertheater – jedes Stück hat seinen Zauber.

 

Der gute alte Chasperli ist immer noch ein Renner

Die Kindertheater-Reihe ist im Quartier sehr beliebt. «Für die kommende Saison etwa sind bereits alle Vormittagsvorstellungen komplett ausgebucht», freut sich Sophie, «oft sind es immer wieder die gleichen Lehrer*innen, die mit ihren Kindergartenklassen zu uns kommen», ergänzt sie, «doch es interessieren sich auch immer wieder neue Lehrpersonen für unser Angebot». Besonders beliebt beim Publikum sind die «Chasperli»-Vorstellungen, «bei denen läuft der Vorverkauf für die Tickets immer super. Den ‹Chasperli› kennt man halt einfach – das scheint auch für die älteren Generationen, die mit ihren Enkel*innen ins Theater kommen, mit einer gewissen Nostalgie verbunden zu sein», erklären die Organisatorinnen. Doch auch all die anderen Produktionen erfreuen sich grosser Beliebtheit. «Die Kinder geniessen diese Aufführungen jeweils sehr», so das Team. «Für viele ist es der allererste Kontakt mit dem Theater, da ist es sehr schön zu sehen, wie die Kleinen auf die Vorführungen reagieren. Vor allem in den Vormittagsvorstellungen, wenn jeweils vier Kindergartenklassen mit insgesamt rund 100 Kinder in der Vorstellung sitzen, ist die Stimmung oft sehr ausgelassen und fröhlich, die Kinder gehen richtig mit», freuen sich die Organisatorinnen. «In der Nachmittagsvorstellung, wo die Kinder in Begleitung ihrer Eltern und Grosseltern sind, ist die Freude natürlich nicht weniger gross – nur vielleicht ein klein wenig leiser», schmunzeln die drei Frauen. 

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