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Quartierleben

Littering im Wipkingerpark?

27. Juni 2018 von

Aufgetürmter Müllberg um einen Abfalleimer beim Wipkingerpark.
Foto: Dennis Calderon

Aufgetürmter Müllberg um einen Abfalleimer beim Wipkingerpark.

Von

Online seit
27. Juni 2018

Printausgabe vom
28. Juni 2018
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Der Sommer ist da, und damit auch die Hochsaison für einen gemütlichen Grillabend. Verbunden damit allerdings auch ein vermehrtes Abfallaufkommen. Wie sieht es bezüglich Littering in Wipkingen aus? Welche Massnahmen trifft die Stadt Zürich und wie sehen die Wipkinger*innen dieses Problem?

Der Wipkingerpark ist für viele Wipkinger*innen der perfekte Ort für einen gemütlichen Sommerabend. Auf der Wiese beim GZ Wipkingen herrscht dank des schönen Wetters bereits seit Wochen Hochbetrieb. Es wird Tischtennis, Fussball oder Federball gespielt, die Limmatfalter ziehen in kleinen Schwärmen ihre Kreise und die Leute geniessen nach einer langen Phase meist regnerischer und trüber Winter- und Frühlingsmonate die lang ersehnten Sonnenstrahlen. Ebenfalls nicht wegzudenken aus dem Quartiersbild: die Rauchfahnen der diversen «Grillitarier», die der Sommerbeginn auf den Plan gerufen hat. Doch nicht jeder ist ein so passionierter Grillfan, dass er extra einen Grill von zu Hause mitnimmt. Wozu auch?

Spontane Grillade – und dann?

Für die spontane Grillade ist der Coop beim Wipkingerplatz nur einen Katzensprung entfernt. Dort decken sich die Grillmeister für 20 Franken mit einem kleinen Einweggrill plus den passenden Speisen, und allem was sonst noch dazugehört ein und schon kanns losgehen. Doch das, «was sonst noch dazugehört», besteht leider zu fast hundert Prozent aus Abfall. Denn abgesehen vom Fleisch, den mit Frischkäse gefüllten Peperonihälften und sonstigen Delikatessen, die im Magen landen, landet die gesamte restliche Ausrüstung im Abfall.
Geht man an einem schönen Frühlings- oder Sommerabend am Fluss entlang spazieren, wird das Problem schnell offensichtlich. Neben den um die Wiese verteilten Abfalleimern türmen sich Berge der genannten Einweggrills, Plastikbesteck, Bierdosen, Schlauchbootverpackungsmaterial und sonstiger Abfall.

Littering im Bewusstsein

Immerhin bringen viele Leute ihren Abfall in die Nähe der Abfalleimer, auch wenn diese bereits überfüllt sind. Doch wie sehen die Besucher des Wipkingerparks das Abfallproblem? Und setzt sich die Grillgemeinschaft überhaupt mit dem Thema Littering auseinander? Zwar ist das Thema im Bewusstsein der Leute, als ernsthaftes Problem wird Littering jedoch von kaum jemandem betrachtet. Es stimme zwar, dass die Abfalleimer beim GZ überfüllt seien, jedoch hätten die Leute durchaus den Willen, ihren Abfall zu entsorgen. Viele fänden es dennoch gut, würden mehr Abfallbehälter zur Verfügung stehen.

Das «Stummelproblem» und die Recyclingfrage

Ein Problem sehen viele jedoch in den Zigarettenstummeln, die unachtsam weggeworfen werden. Dieser Kleinabfall ist zwar auf den ersten Blick nicht so erkennbar wie Plastikmüll. Die Stummel sind aber vor allem für Familien mit kleinen Kindern ein Problem, weil diese die Stummeln in den Mund nehmen.
Nebst der Bereitstellung von normalen Abfallbehältern scheint auch das sachgerechte Recycling ein Thema unter den Besuchern des Wipkingerparks zu sein. Viele wünschen sich Entsorgungsstationen wie beispielsweise an Bahnhöfen, damit der Abfall nicht nur entsorgt, sondern auch nach Pet, Aluminium und Papier getrennt werden kann.

9220 Tonnen Abfall

Doch warum stellt «Entsorgung & Recycling Zürich» keine solchen Entsorgungsstationen zur Verfügung? Auf Anfrage betont die Mediensprecherin des ERZ, Leta Filli, dass beim Wipkingerplatz während der Sommermonate sehr wohl zusätzliche Abfallbehälter aufgestellt würden. Ebenso in der Umgebung rund um den Käfer- und den Hönggerberg. «Im letzten Jahr wurden von der Stadtreinigung rund 9220 Tonnen Strassenwischgut (Laub, Sand, Kies usw.) sowie Abfall aus Behältern als auch <gelitterten> Abfall aus der Stadt Zürich mitgenommen», so Leta Filli.
Man verstehe zwar das zusätzliche Bedürfnis für die Pet- und Aluminiumtrennung, jedoch seien die gesammelten Wertstoffe an solch anonymen Orten zu wenig sortenrein, als dass sie in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden könnten. Bahnhöfe beispielsweise würden diesbezüglich «geschütztere» Räume bieten als der öffentliche Raum im Freien.

Tipps für den «Vorbild-Recycler»

Die ganz pflichtbewussten Recycler haben aber immer noch die Möglichkeit, ihre leeren Aludosen und Petflaschen nach Gebrauch wieder mitzunehmen, und in einer der umliegenden Entsorgungsstationen abzugeben.
Was also ist das Fazit? Wirklich gross scheint das Problem mit dem Littering in der Stadt Zürich und insbesondere beim Wipkingerpark nicht zu sein. Das Bewusstsein für die Entsorgung des Abfalls scheint bei den meisten vorhanden zu sein. Und so wird hoffentlich auch in Zukunft der Wipkingerpark ein Ort für gemütliche Grill-Sommerabende bleiben.

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