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Mehr Naherholungsgebiete, weniger Verdichtung!

24. Juni 2020 von

Claudia Rabelbauer, EVP
Foto: zvg

Claudia Rabelbauer, EVP

Von

Online seit
24. Juni 2020

Printausgabe vom
25. Juni 2020
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«Bleibt zu Hause!», ist ein Satz, der durch die Coronakrise eine neue Bedeutung bekommen hat. Sport-, Kultur- und Freizeitaktivitäten waren geschlossen. Umso wichtiger und wertvoller wurden Naherholungsgebiete wie der Wald und die Flussufer. Doch wie können wir diese Grünoasen trotz Verdichtung auch in Zukunft bewahren?

Viele waren die letzten Wochen im Homeoffice und haben allein, zu zweit oder mit der Familie viel Zeit zu Hause zugebracht. Fitnessstudios, Hallen- und Freibäder sowie Kultur- und Freizeitattraktionen waren allesamt geschlossen. Das intensive Familienleben mit Homeschooling, Betreuung und Homeoffice permanent unter einem Dach war eine neue Erfahrung, aber durchaus wertvoll. Damit das Familienbiotop nicht kippte, brauchte es zwischendurch aber eine frische Brise im muffigen Wohnzimmer und etwas Abwechslung im eintönigen Alltag. Wie wertvoll waren da Naherholungsgebiete wie der Wald am Hönggerberg, ein Quartierspaziergang durch Wipkingen oder entlang der Limmat.

Naherholungsgebiete sind essentiell für Mensch und Tier

Den Kopf an der frischen Luft auslüften ist wichtig, sowohl für den Körper wie auch fürs seelische Wohlbefinden. Hirnblockaden können gelöst, knifflige Aufgaben durch neue Ideen gemeistert und arbeitsintensive Aufträge durch mehr Kraft und Ausdauer bewältigt werden. Ein Spaziergang kann Wunder wirken. Täglich 30 Minuten reichen schon aus, um eine Grundkondition aufzubauen. Ein flüchtiger Blick auf einen zwitschernden Hausrotschwanz, ein flinkes Eichhörnchen, das den Stamm hochflitzt, ein scheues Reh, das auf der Lichtung in der Dämmerung friedlich grast oder ein Dachs, der im Morgengrauen nach seinem nächtlichen Streifzug in seinen Bau torkelt, lassen den Atem stocken, bezaubern und erwärmen das Herz. Die Natur ist Balsam für unsere Seele.

Sichere Velowege für alle Quartiere

Das Wetter war ein Lichtblick in der sonst wohl etwas surrealen Zeit des Lockdowns. Viele haben das schöne Wetter genutzt und in dieser Zeit das Zweirad entdeckt, selbst die Kleinsten haben grosse Velostrecken zurückgelegt. Umso wichtiger ist es, dass es in allen Quartieren sichere Velowege gibt. Aufs Wesentliche reduziert wird klar, dass intakte und sichere Velowege, Grünoasen und naturbelassene Naturräume enorm wichtig sind für unsere Lebensqualität. Umso wichtiger, dass wir ihnen Sorge tragen.

Verdichtung ja, aber nicht ohne Grünflächen

Die Stadt Zürich bietet eine hohe Lebensqualität. Die hohe Siedlungsdichte wirkt sich aber auf die Infrastruktur aus. Es braucht mehr Schulhäuser, eine höhere Frequenz beim ÖV oder mehr Platz in Freizeitanlagen. Die EVP setzt sich für eine massvolle Verdichtung ein mit genug Grünflächen. Die in den letzten Jahren errichteten Designerparks wie der Leutschenpark sind kein Ersatz für naturbelassene Grünoasen. Es braucht bei der Raumplanung ein Umdenken. Auch eine verdichtete Stadt muss atmen können. Der Irchelpark kann dabei als Vorbild dienen: Wiesen, Weiher, sanfte Hügel, Hecken, Natursteintreppen sowie Spazierwege auf Naturstrassen laden zum Verweilen ein. Die Tatsache, dass während des Lockdowns die Polizei mehrfach am Hönggerberg unterhalb der Waid ausrücken und Personenansammlungen auflösen musste, zeigt auch wie attraktiv der Blick auf die Stadt und die Berge für alle ist. Es braucht wieder mehr solcher Rückzugsmöglichkeiten auch im urbanen Umfeld. Neue Siedlungen und Überbauungen müssen grün und verspielt sein mit Nischen und Ecken, keine Betonwüsten.

Claudia Rabelbauer, Gemeinderätin EVP

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