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26. März 2020 von

Die Oktabanya auf dem Park Platz.
Foto: zvg

Die Oktabanya auf dem Park Platz.

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26. März 2020

Printausgabe vom
26. März 2020
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Am Winterfest auf dem Park Platz wurde die platzeigene Sauna, passend zur «kalten Jahreszeit», in Betrieb genommen. Zwei motivierte Saunierer haben die neue Schwitzhütte an der Limmat gebaut, da sie sich für Zürich eine günstige Alternative zu dem sonst üblichen Luxus-Angebot wünschten.

Das Holz dafür stammt aus einer Sägerei in Oberglatt, die isolierende Wolle in den Wänden haben 100 Schafe von befreundeten Bauern in Vnà gespendet, und die Basis für die Konstruktion bilden alte Getränkepaletten. Sogar der Ofen wurde selbst aus einem alten Pipelinerohr, das zuletzt bei einer Greenpeace-Aktion zum Einsatz kam, zusammengeschweisst. Ganz im Stil traditionell ländlicher Saunas, besteht die Oktabanya beinahe nur aus organischem Material.

Alle Wege führen in die Sauna

Saunagänge helfen nicht nur gegen Beschwerden wie Muskelkater, ein schwaches Immunsystem, Kreislauf- und Atemprobleme und chronische Kopfschmerzen, sondern auch, wie man schon im Römischen Reich wusste, um hitzige Gemüter in diplomatischen Angelegenheiten zu beschwichtigen. Sauniert wird schon seit Anbeginn der Menschheit. In der Steinzeit wurden Erdlöcher gegraben und mit Steinen umrandet, welche danach mit heissem Wasser aufgegossen wurden. Den meisten ist der alltägliche Gang zur Sauna aber wohl eher aus dem skandinavischen Raum bekannt. In Finnland findet der Begriff Schwitzstube seinen Ursprung, da früher tatsächlich Stuben mit glühenden Steinen und Aufgüssen warm gehalten wurden. Die Tradition hält sich bis heute in Finnland und anderen skandinavischen Ländern. Hochkulturen wie die griechische Antike und das römische Reich bauten private und öffentliche Bade- und Saunaanlagen, die der Körperpflege genauso dienten wie der Kommunikation. Regelmässige Besuche dieser Anlagen waren fester und wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und wurden in klar definierten Ritualen durchgeführt.

Schwitzen ist doch kein Luxus

Von damals bis jetzt hat sich vor allem der westliche Blick auf den Gang in die Sauna verändert. Saunieren ist zu einem Luxusgut geworden für solche, die genug verdienen und es sich leisten können, und sich bewusst eine Auszeit vom Alltag nehmen wollen. Die Saunakultur, welche eine Kultur der Gesellschaft und des Alltags war, kann eigentlich nur noch in teuren Wellnessanlagen, selten auch in öffentlichen Hallenbädern genossen werden. Um regelmässiges Schwitzen für einen gesunden Körper und Geist für alle zu ermöglichen, ist die Sauna auf dem Park Platz öffentlich zugänglich und kostet nur eine freiwillige Spende.

Die Sache mit dem Nacktsein

Oder anders gesagt: Scham soll kein Grund sein, sich nicht dieser Wohltat auszusetzen. Die Saunameister*innen und das Team des Park Platz schaffen mit der Sauna eine Halbnackt-, beziehungsweise eine Nacktzone, in der es gilt, andere Menschen und ihre Körper zu respektieren und unangebrachte Zwischenfälle zu vermeiden. Deshalb sollen sich Besucher*innen und Betreiber*innen gegenseitig informieren, falls ihnen etwas auffällt und sich gegenseitig helfen, wenn sich jemand bedrängt, beobachtet oder aus anderen Gründen unwohl fühlt. Für Informationen zur Saunanutzung können sich die Besucher*innen beim Park-Platz-Team melden.      

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