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Sozialzentrum Hönggerstrasse

Nah dran – die Mütter- und Väterberatung in Ihrem Quartier

26. September 2018 von

Austausch mit anderen Eltern und Fachpersonen.
Foto: iStock

Austausch mit anderen Eltern und Fachpersonen.

Von

Online seit
26. September 2018

Printausgabe vom
27. September 2018
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Die Mütter- und Väterberatung der Stadt Zürich ist verdammt nah dran. Nah dran an den Freuden, Sorgen und schönen Momenten des Elternseins. Nahe gelegen dank verschiedenen Beratungsstellen in ganz Zürich. Und nah dran an aktuellen Themen mit den neuen Gruppenangeboten für Eltern.

«Verdammt nah dran» – ein Slogan, der polarisiert. Besonders wenn er im Zusammenhang mit einer bewährten, über 100-jährigen Institution wie der Mütter- und Väterberatung (MVB) auftaucht. Die freiwillige Beratungsstelle bietet Eltern in der ganzen Schweiz verschiedene Angebote – in Zürich direkt im Quartier und kostenlos. Eine Werbekampagne mit einem spritzigen Slogan bringt dieses besondere Dienstleistungsangebot ins Blickfeld der allgemeinen Aufmerksamkeit. «Nah dran», so viel stand schnell fest, passt bestens zum Thema. Denn die MVB ist wirklich sehr «nah dran» bei den kleinen Kindern im Alter von bis zu fünf Jahren und ihrem enormen Entwicklungstempo. Die Beraterinnen sind darum auch «nah dran» bei Blähungen, stundenlangem Schreien, langsamen Gewichtsentwicklungen, Sprachentwicklungsverzögerungen, Schlafschwierigkeiten, Wutanfällen und anderen Erziehungsthemen. Mütter- und Väterberaterinnen dürfen Freuden und Hoffnungen der Eltern oft unmittelbar miterleben, stehen jedoch auch bei Fragen und Sorgen bei. Und nicht zuletzt sind sie so «nah dran», weil sich Eltern und Fachpersonen bei Beratungsgesprächen zu Hause, in den Quartierberatungsstellen oder auch auf Voranmeldung im Büro laufend besser kennen und vertrauen lernen.

Ein kleiner, bewusst integrierter Stolperstein im Slogan regt jedoch auch zum Nachdenken an. Nach vielem hin und her wurde dieser in der umgangssprachlichen Steigerung des Adjektivs «besonders» = «verdammt» gefunden. Und mit diesem Bezug können sich Mütter- und Väterberaterinnen mit dem – zugegebenermassen gewagten – Slogan identifizieren, denn sie sind immer wieder fasziniert und berührt, wie nahe dran sie Eltern und ihre kleinen Kinder kennenlernen und begleiten dürfen.

Elternaustauschgruppe GZ Höngg

Nah dran, beziehungsweise neu dran ist die MVB seit März 2018 mit einem Gruppenangebot in Zusammenarbeit mit einer Elterngruppe im GZ Höngg. Die Elterngruppe trifft sich schon seit Längerem regelmässig jeden Mittwochnachmittag in der «Schüür» im Rütihof. Eine Mutter dieser Gruppe hat nun zusammen mit der MVB eine Elternaustauschgruppe organisiert.Zwei Mütter- und Väterberaterinnen leiten diese Austauschgruppe. Sie legen im Vorfeld in Absprache mit allen Beteiligten ein Thema fest. Die beiden letzten Male stand beispielsweise die Autonomiephase, umgangssprachlich auch Trotzphase genannt, im Fokus. Dieses neue Angebot findet grossen Anklang und scheint dem heutigen Zeitgeist zu entsprechen, respektive ein Bedürfnis der Mütter und Väter abzudecken. Während einer Stunde können Eltern in der Gruppe unter bestimmten Vorgaben Anliegen besprechen oder Fragen klären sowie über eigene, alltägliche Situationen diskutieren. Zu Beginn vermittelt die MVB einen theoretischen Input, welcher als Denkanstoss gedacht ist und zu einem fruchtbaren Austausch beitragen soll. Bei der anschliessenden Diskussionsrunde steht nicht die Problemlösung im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, sich vertieft mit dem Thema auseinanderzusetzen, neue Erkenntnisse zu gewinnen oder mögliche Lösungsstrategien zu finden, um den Alltag mit kleinen Kindern entspannter angehen und meistern zu können. Alleine schon die Erkenntnis der Eltern, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine dastehen, fühlt sich für viele sehr gut an und kann zu mehr Befriedigung im Erziehungsalltag führen. Bis Ende Jahr sind noch zwei weitere Austauschrunden geplant. Ende Jahr entscheidet die MVB dann darüber, ob und wie das Angebot im 2019 weiter umgesetzt wird.

Ami tomake balo bashi baby – Babymassage im Kreis 10

Eine weitere Angebotsneuerung ist die Babymassage. Seit Herbst 2017 bieten die Mütter- und Väterberaterinnen aller Quartiere der Stadt Zürich kostenlose Babymassage-Kurse für Babys ab der sechsten Lebenswoche an.Die Mütter- und Väterberaterinnen vermitteln den Eltern während der gemeinsamen Babymassage nicht nur Massagetechniken, welche sie auch zu Hause anwenden können. Die Eltern erhalten in einer frühen Phase ihres Elternseins auch einen Raum, um in ihrer neuen Rolle sicherer und selbstwirksamer zu werden. «Ami tomake balo bashi baby» (Ich liebe dich, Baby) tönt es dann, wenn Mütter und Väter im Kreis sitzen und zur Einstimmung dieses bengalische Wiegenlied singen. Studien belegen, dass Körperkontakt für die geistige und soziale Entwicklung des Kindes von grosser Bedeutung ist. So ist Berührung sogar gleich wichtig wie Nahrung. Eine liebevolle Massage hilft Babys, mit dem eigenen Körper vertraut zu werden. Durch die Massage lernt das Baby, sich zu entspannen; es kann auch besser zur Ruhe kommen. Gleichzeitig wird das Nervensystem aktiviert, was das Wachstum, die Entwicklung, aber auch die Verdauung und den Schlafrhythmus positiv beeinflusst. Für die teilnehmenden Eltern oder Bezugspersonen fördert diese intensive Zeit die Zweisamkeit und Verbundenheit, was wiederum die Eltern-Kind-Bindung fördert und die Eltern in ihrer Kompetenz als Bezugspersonen stärkt. Zudem lernen die Eltern im Kurs andere Mütter und Väter aus ihrem Quartier kennen, können sich vernetzen und integrieren. Sie tauschen gemeinsame Erfahrungen aus und kehren gestärkt in den anspruchsvollen Alltag zurück. Dies bestätigt auch die Mutter der sechsmonatigen Josie: «Ich finde das Angebot der Babymassage gut, weil man sich ganz auf sein Kind fokussiert. Beide profitieren vom Kurs – sowohl das Kind als auch die Bezugsperson. Zudem finden wir das Kennenlernen und den Austausch mit anderen Müttern sehr schön, und dass man anschliessend abmachen kann für einen Kaffee oder einen gemeinsamen Spaziergang».

Elisabeth Schneider, Corinne Nägeli, Jacqueline Pürro

Weitere Informationen unter www.stadt.zuerich.ch/mvb

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