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GLP

Nein zum Rosengarten

10. Dezember 2019 von

Ronny Siev, GLP Kreis 10
Foto: zvg

Ronny Siev, GLP Kreis 10

Von

Online seit
10. Dezember 2019

Printausgabe vom
11. Dezember 2019
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Als Primarschüler durfte ich an der Eröffnungsfeier zur Nordumfahrung 1985 das neue Autobahnstück mit Rollschuhen befahren. Ich kann mich an den Spass noch gut erinnern und wie es damals hiess, nach der Eröffnung würde die Rosengartenstrasse zum Spielplatz, weil der ganze Verkehr sich zur neuen Autobahn verlagern würde. Innert Kürze waren jedoch beide Verkehrsachsen an der neuen Kapazitätsgrenze angelangt. Derzeit wird die Nordumfahrung von vier auf sechs Spuren ausgebaut. Mehr Strassenkapazität hat schon immer zu mehr Verkehr geführt. Der Rosengartentunnel soll ebenfalls eine Erhöhung von aktuell vier Spuren auf geplante sechs Spuren (zwei oberirdisch, vier im Tunnel) bringen. Massnahmen für die Belebung der Strasse und das Zusammenwachsen des zerschnittenen Quartiers sind nicht geplant. Kein einziger Quadratmeter Asphalt wird zurückgebaut. Schlussendlich werden die wuchtigen Tunnelportale am Wipkingerplatz und am Bucheggplatz die Quartiere auch zukünftig massiv mit Verkehr belasten, Wohnhäuser werden abgerissen. Die beiden neuen Tramlinien werten das Quartier zwar auf, bringen gegenüber den jetzigen drei Buslinien aber weder zusätzliche Kapazität noch Zeitgewinn. Sie sind aus taktischen und finanzpolitischen Gründen ins Projekt integriert worden. Bessere und vermehrte Zugsverbindungen zwischen Oerlikon und Wipkingen sowie Altstetten wären wesentlich attraktiver.
Nicht zuletzt wird in den zehn Jahren Bauzeit das Quartier und die Umwelt schwer belastet. 25000 Lastwagenfahrten werden allein für den Aushub benötigt.
Die Verkehrsachse Rosengartenstrasse/Bucheggstrasse stammt aus einer Zeit, als der motorisierte Individualverkehr als Fortschritt verstanden wurde. Seit Jahrzehnten leiden die Anwohner unter grossem Lärm und Abgasen. Sie haben eine Entlastung sicher verdient. Es gibt jedoch sinnvollere und günstigere Massnahmen umzusetzen wie lärmschluckender Strassenbelag, Verkehrsberuhigung und besonders die Elektrifizierung des Wagenparks. Und auch Velofahrer sollten die Rosengartenstrasse bergab ohne Ängste als rasche Route nach Zürich-West benutzen können. Aus diesen Gründen empfiehlt Ihnen die glp ein Nein zur Rosengartenvorlage. Dabei ist Ihre Stimme besonders wichtig: Wie nie zuvor wird der ganze Kanton dem Ergebnis im Kreis 10 einen besonderen Stellenwert zuschreiben.

Ronny Siev

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