Stadt
Nutzung der Notschlafstellen hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen
Die städtische Notschlafstelle in Wipkingen wurde von mehr Menschen besucht als im vergangenen Jahr. Im Winter hielten sich jeweils rund 200 obdachlose Menschen in der Stadt Zürich auf.
16. April 2026 — MM (Medienmitteilung)
Am 1. Dezember 2025 hat die Stadt Zürich neben der Notschlafstelle in Wipkingen an der Rosengartenstrasse einen zweiten Standort für Frauen eröffnet. Damit konnte laut einer Medienmitteilung die Kapazität in den Notschlafstellen von 52 auf 70 Plätze erhöht werden.
Die Zahlen zeigen die Notwendigkeit dieses Schritts: Im Schnitt haben in den vergangenen fünf Wintermonaten 57 Menschen in den städtischen Notschlafstellen übernachtet.
Die Kapazität vor der Erweiterung wurde in 80 Prozent der Nächte überschritten. Die meistbesuchte Nacht war der 19. Januar 2026 mit 71 Personen, die am wenigsten besuchte der 15. November 2025 mit 41 Personen. Über 90 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf Stadtzürcher und Stadtzürcherinnen.
Im Vergleich zum Winter 2024/25 haben mit gut 400 Menschen rund 10 Prozent mehr Personen die Notschlafstelle genutzt. Die meisten Menschen nutzen die Notschlafstelle nach wie vor nur für ein paar Nächte.
Zwischen November und März wurden zudem 55 von Wohnungs- oder Obdachlosigkeit bedrohte oder betroffene Familien in der Notunterkunft für Familien untergebracht.
Notschlafstelle für Frauen soll weitergeführt werden
Aufgrund der gestiegenen Zahlen soll der zusätzliche Standort an der Gerechtigkeitsgasse bis zur Sanierung der Liegenschaft, voraussichtlich im Frühjahr 2027, als Notschlafstelle für Frauen beibehalten werden. Der zusätzliche Standort mit 18 Plätzen wurde seit Dezember durchschnittlich von 12 Frauen und weiblich gelesenen Personen genutzt.
Draussen unterwegs für Menschen ohne Obdach
Die Teams von sip züri haben diesen Winter an 228 von obdachlosen Menschen genutzten Schlafplätzen rund 385 Mal Menschen angetroffen und dabei 235 Beratungen durchgeführt. Dies sind deutlich mehr aufgesuchte Schlafplätze und mehr Beratungen als im Vorjahr.
Vergangenen Winter war es an 76 Nächten so kalt, dass Kältepatrouillen von sip züri bis 2 Uhr morgens für Menschen am Rand im Einsatz waren. Durch Beratungsgespräche konnte sip züri Menschen im öffentlichen Raum dazu motivieren, ein Notübernachtungsangebot aufzusuchen.
26 Mal wurden Personen mit ungenügender Ausrüstung für eine Übernachtung im Freien angetroffen. Der Beizug eines Notarztdienstes aufgrund von Selbstgefährdung, zum Beispiel durch übermässigen Substanzkonsum, Suizidalität oder schlechte Ausrüstung war fünfzehn Mal nötig.
Im Winter rund 200 obdachlose Personen in Zürich
Seit 2024 erhebt sip züri gemeinsam mit dem Sozialwerk Pfarrer Sieber jeweils zwei Mal jährlich (Januar und Juli) mittels der Methode der Stichtagszählung die Anzahl der obdachlosen Personen in der Stadt Zürich. Gezählt werden dabei die Menschen im öffentlichen Raum und in den städtischen und privaten Einrichtungen für diese Zielgruppe.
Gemäss den bislang durchgeführten Zählungen halten sich im Winter durchschnittlich etwa 200 obdachlose Personen in der Stadt Zürich auf. Drei Viertel von ihnen nutzen entsprechende soziale Einrichtungen. Im Sommer sind es im Schnitt 125 obdachlose Personen.
Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

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