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Pflegende schützen und fördern

24. Juni 2020 von

Der Pflegeberuf wird immer anspuchsvoller. Nebst Anerkennung braucht es jetzt bessere Anstellungsbedingungen und eine wirksame Nachwuchsförderung.
Foto: Alexander Kühni (VBS/DDPS)

Der Pflegeberuf wird immer anspuchsvoller. Nebst Anerkennung braucht es jetzt bessere Anstellungsbedingungen und eine wirksame Nachwuchsförderung.

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Online seit
24. Juni 2020

Printausgabe vom
25. Juni 2020
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Knapp 1000 Menschen arbeiten alleine in den Kreisen 6 und 10 in der Pflege, da sich mit dem Stadtspital Waid eines der grössten Spitäler des Kantons Zürich hier befindet. In den letzten Monaten ist uns die Wichtigkeit der Gesundheitsberufe schmerzhaft bewusst geworden.

Ärztinnen und Ärzte tragen eine grosse Verantwortung und sind wichtige PartnerInnen im Gesundheitsbereich. Aber für den Betrieb eines Spitals, eines Pflege- oder Alterszentrums und in der Spitex sind Pflegende genauso wichtig. Sie stellen das Rückgrat einer jeden guten Gesundheitsinstitution dar. Sie arbeiten an vorderster Front und sind für Bewohnende oder für PatientInnen meist die erste Anlaufstelle bei medizinischen Problemen, aber auch bei Sorgen, Wünschen und als Gesprächspartner*innen.

Corona-Krise schärft Blick für Missstände

Vor Corona nahm man in der öffentlichen Wahrnehmung das Pflegepersonal meist als selbstverständlich wahr. Die Pandemie hat uns geholfen, unseren Blick wieder zu schärfen. Mit diesem geschärften Blick entdecken wir bei den Pflegeberufen im Speziellen, aber auch beim nicht-ärztlichen Gesundheitspersonal zum Teil eklatante Missstände. Im Schnitt arbeiten Pflegefachkräfte lediglich rund zehn Jahre im erlernten Beruf, nur wenige arbeiten während ihres ganzen Berufslebens im Pflegebereich.
Das Problem ist mehrschichtig, dabei ist die Entlöhnung nicht einmal das grösste Problem. Viel schlimmer ist der immer und überall existente Personalmangel. Denn in den letzten Jahrzehnten wurden unsere Gesundheitsinstitutionen auf maximale Effizienz getrimmt. Das bedeutet, dass vor allem beim Personal gespart wurde und wird. Mangel an qualifiziertem Pflegepersonal hat auch andere negative Folgen, so fehlt dieses oft auch für die Ausbildung von Lernenden.
Weiter erwarten wir von unseren Pflegenden eine maximale Flexibilität. Bei unerwarteten Krankheitsabsenzen muss häufig jemand einspringen oder die anwesenden Kollegen und Kolleginnen müssen noch mehr oder länger arbeiten. Denn die Patient*innen und die Bewohnenden benötigen an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Betreuung und Pflege. Die Ökonomisierung des Gesundheitswesens hat massgeblich dazu beigetragen, dass die Pflegeberufe unattraktiv geworden sind. Es ist nicht wie in einem Büro, wo die Arbeit auch mal ein paar Tage liegen bleiben kann.

Der Nachwuchs fehlt

Die Unattraktivität der Pflegeberufe führt dazu, dass junge Menschen nicht in diese Berufsgattung einsteigen wollen. Wir wissen bereits seit längerem, dass sich der Mangel an Pflegepersonal in den kommenden Jahren massiv verschärfen wird. Wenn wir jetzt nicht genügend neue Pflegerinnen und Pfleger ausbilden, akzentuieren sich die Probleme. Die Lösung, um attraktive Pflegeberufe mit Zukunft zu gestalten ist denkbar einfach. Dazu gehören bessere Löhne, bessere Arbeitszeiten, mehr Verantwortung sowie gute Weiterbildungsmöglichkeiten. Das sind die Bedingungen dafür, dass möglichst viele junge Menschen diese Berufe erlernen möchten und das qualifizierte Personal möglichst lange im Beruf verbleiben will und kann.

Wir GRÜNE setzen uns dafür ein und dies auf allen Ebenen. Im Gemeinderat der Stadt Zürich haben wir diverse Vorstösse zur Verbesserung der Arbeits- und Ausbildungssituation des nicht-ärztlichen Gesundheitspersonals eingereicht. Die GRÜNEN unterstützen auf nationaler Ebene auch die wichtige Pflegeinitiative des Schweizerischen Verbandes der Pflegefachfrauen und -männer (SBK), die aktuell im nationalen Parlament behandelt wird.

Während der Pandemie war es offensichtlich: Ohne qualifiziertes und ausreichendes Pflegepersonal sind wir aufgeschmissen. Wenn wir die Probleme jetzt nicht anpacken und lösen, werden wir in ein paar Jahren eine grosse Krise in der Pflege erleben.

Marcel Bührig, Gemeinderat GRÜNE Kreis 10

 

Marcel Bührig, Gemeinderat Grüne Kreis 10

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