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Quartierleben

Schicksalsfragen für die Krankenmobilienmagazine

16. Dezember 2020 von

Das Team des KMM Höngg: Monika Schmidiger, Verwalterin (rechts), Dora Zbinden, Präsidentin, Franz Roth, Präsident Sami Wipkingen.
Foto: Otto Frei

Das Team des KMM Höngg: Monika Schmidiger, Verwalterin (rechts), Dora Zbinden, Präsidentin, Franz Roth, Präsident Sami Wipkingen.

Von

Online seit
16. Dezember 2020

Printausgabe vom
17. Dezember 2020
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Die Krankenmobilienmagazine Wip­kingen und Höngg müssen zusammengelegt werden.

Die hohen Defizite der letzten Jahre zwingen den Samariterverein (Sami) Wipkingen dazu, das Krankenmobilienmagazin (KMM) Wipkingen zu schliessen und mit dem vor einigen Jahren vom Samariterverein Höngg übernommenen KMM Höngg zusammenzulegen.

Ein kurzer geschichtlicher Rückblick

Der Sami Wipkingen wurde 1891 gegründet. Er hat in der Folge unter vielen anderen Aktivitäten tatkräftig mitgeholfen, dass die Kirchgemeindeversammlung am 4. November 1928 beschloss, in Wipkingen ein Kirchgemeindehaus zu bauen und zu betreiben. Dabei wurde festgehalten, dass darin auch ein Krankenmobilienmagazin und eine Samariterstube enthalten sein müssen. Seither hat dieses KMM das Quartier mit allen Arten von Krankenmobilien versorgt. Während vielen Jahren haben sich hier auch die Mitarbeitenden der Gemeindehaus- und Krankenpflege – nachfolgend Spitex – mit allen Arten von Krankenmobilien bis hin zum plissierten und gestärkten Totenhemd eingedeckt! Zehntausende Bewohnende von Wipkingen und der näheren Umgebung waren über viele Jahre froh, sich hier kostengünstig und einfach von Bettschüsseln über Gehstöcke bis zum Rollstuhl eindecken zu können. Um einen Ersatz für die ehemalige Samariterstube kämpft der Verein allerdings seit etlichen Jahren – bisher vergebens.

Heutige Situation

In den letzten Jahren liess die Nachfrage immer weiter nach und die Finanzen gerieten aus dem Lot. Der Samariterverein Höngg musste hier die gleichen Erfahrungen machen. Darum übernahm der Sami Wipkingen anfangs 2013 das KMM Höngg, um dessen Schliessung zu verhindern. Und jetzt ist es leider Zeit, die beiden KMM ganz zusammenzulegen und dasjenige in Wipkingen aufzulösen. Ein Entschluss zwar, der schwerfiel, aber nicht mehr weiter hinausgeschoben werden kann. Dafür erfährt Höngg eine Zunahme von Benutzern und Benutzerinnen aus dem gesamten Limmattal und auch aus dem Wehntal. Und für die bisherigen Wipkinger Kundinnen und Kunden ist es auch keine Weltreise, mit Tram oder Bus nach Höngg zu fahren.

Wie weiter?

Hat das KMM Höngg für den Kreis 10 und darüber hinaus noch eine Berechtigung? Das muss sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen. Die bevorstehende Ski- und Wintersaison wird wohl die Nachfrage nach Gehstöcken und Krücken beleben. Aber nur wenn die Nachfrage nach Rollstühlen, Rollatoren, Duschbrettern und so weiter gegeben ist, hat das KMM Höngg-Wipkingen eine Überlebenschance. Bald wird sich entscheiden, ob Zuversicht oder Resignation angezeigt ist.  

Eingesandt von Otto Frei, Ehrenpräsident,
Kassier Samariterverein Wipkingen / KMM Höngg und Wipkingen

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