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Katholische Pfarrei Guthirt

Sofaopenairkino Wipkingen

24. Juni 2020 von

Von

Online seit
24. Juni 2020

Printausgabe vom
25. Juni 2020
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Das beliebte Sofaopenairkino in Wipkingen findet dieses Jahr leider nicht statt. Ein Grund mehr, einmal auf seine Entstehungsgeschichte zurückzublicken.

Wie ist das Sofaopenairkino eigentlich entstanden? Die Gründung des Kinos war vor meiner aktiven Zeit in der Pfadfinder-Organisation Morgarten-Erlach. Ich kann mich aber noch sehr gut an meine ersten Kinobesuche erinnern. Die Leinwand wurde hinter der kleinen Mauer auf dem Kirchenplatz zwischen zwei grosse Holzlatten gespannt. Das Bild kam von einem originalen Filmprojektor mit 35 Millimeter Vertikal-Filmrollen und der Ton aus Passiv-Boxen, die über einen Verstärker angeschlossen wurden. Wie das alles funktionierte? Ich kann es euch nicht erklären. Kulinarisch wie auch optisch war das damalige Kino auch kein Leckerbissen. Die Verpflegungsstation bestand aus einer Hotdog-Maschine auf Tischen aus den Unterrichtsräumen der Kirche Guthirt. Zum Trinken gab es Cola aus der Flasche, für die Grossen ein Bier und zum Dessert ein Snickers oder Mars.

Zu Beginn wurden die Openair-Filmabende nur für Pfadfinder von Morgarten-Erlach veranstaltet. Später wurden dann auch befreundete Pfadfinderabteilungen dazu eingeladen. Mit der Zeit kamen immer mehr Aussenstehende dazu und das Publikum wurde immer grösser. Es sprach sich herum, dass es diesen speziellen Anlass gibt. Heute ist das Sofaopenairkino zu einem festen Bestandteil im Quartier geworden und wird sehr geschätzt.

Kino geht mit der Zeit

Die Qualität des benötigten Materials und die kulinarischen Möglichkeiten am Sofaopenairkino haben sich im Laufe der Jahre enorm gesteigert. Heute zeigen wir die Filme in High-Definition-Auflösung über zwei lichtstarke Beamer. Der Ton kommt über ein Surround-System, dass einem Kino würdig ist. An der Bar gibt es alles, was das Herz begehrt: Softdrinks, Cocktails, Spirituosen sowie Bier und Wein von lokalen Anbietern. Die Hotdog-Maschine ist einem Grill gewichen, auf dem immer wieder neue Burger-Kreationen angeboten werden. Auch unsere vegetarischen und veganen Gäste kommen dabei nicht zu kurz. Für meinen ersten Filmbesuch bezahlte ich fünf Franken. Diese fünf Franken flossen in die «Rover-Kasse». Die «Alt-Pfadis» organisierten den ganzen Anlass. Mit den Einnahmen wurden die Ausgaben für das Kino gedeckt. Den Rest brauchte man für die Anlässe, die über das Jahr verteilt stattfanden. Sozusagen ein kleiner Zustupf.
Heute ist das komplizierter geworden. Ich bin froh, dass ich nicht für das Ressort Finanzen verantwortlich bin. Ausgabe- und Einnahmeposten, Budgetplanungen und ein Sponsoringkonzept müssen erstellt und beaufsichtigt werden. Wir sind eine Non-Profit-Organisation. Den Gewinn reinvestieren wir in die Instandhaltung unseres Materials. Zudem haben wir einen Fonds gegründet, mit dem wir kulturelle Projekte im Kreis 10 unterstützen. Besonders unterstützenswert sind für uns Projekte für und von Kindern und Jugendlichen.
Leider macht das Corona-Virus auch vor dem Sofaopenairkino nicht halt. Das diesjährige Kino hätte eigentlich vom 2. bis zum 4. Juli über die Bühne gehen sollen. Das Kino steht für Genuss, Gemütlichkeit und Freiheit. Mit Einschränkungen und Schutzkonzepten sind diese Grundsätze nicht aufrecht zu erhalten. Umso mehr freuen wir uns, der Quartierbevölkerung einen schönen und gemütlichen Abend im 2021 wieder zu ermöglichen.

D. Solenthaler

 

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