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EVP

Sozialverträgliche Klimapolitik

10. Dezember 2019 von

Claudia Rabelbauer, EVP
Foto: zvg

Claudia Rabelbauer, EVP

Von

Online seit
10. Dezember 2019

Printausgabe vom
12. Dezember 2019
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Das Stimmvolk hat am 20. Oktober der Klimapolitik ein klares Mandat erteilt. Für die EVP ist der Schutz der Schöpfung Parteiprogramm und Pflicht zugleich. Klimaziele müssen jedoch sozialverträglich sein und Menschen mit kleinem Einkommen nicht benachteiligen. Aber wie soll das nun konkret gehen?

In der Bau- und Zonenpolitik setzt sich die EVP für die naturnahe Gestaltung öffentlicher Räume ein. Konkret hat sie beim Leutschenbachpark gefordert, dass die triste und im Sommer glutheisse Betonwüste naturnah aufgewertet wird. Hecken, Magerwiesen, Unterholz und einheimische Pflanzen fördern Schutz und Erhalt der Artenvielfalt.

Internationale Bahnverbindungen ausbauen

Das Fliegen steht als Umweltsünde an oberster Stelle. Ziel muss sein, dass rasch griffige Massnahmen getroffen werden. Das Fliegen ist nicht nur schneller, sondern oft auch günstiger. Die internationalen Bahnverbindungen im Umkreis von 500 Kilometern müssen attraktiver gestaltet werden. Viele Nachtzüge wurden mangels Nachfrage eingestellt. Die Politik soll Anreize für die Bahn setzen, damit sie auch für Familien mit kleinem Einkommen eine kostengünstige Alternative darstellt. Solange die Flieger ihren CO2-Ausstoss nicht drastisch senken, müssen Lenkungsmassnahmen dagegen steuern.

Roadpricing und Pendlerzuschläge im Stossverkehr

Mobilität ist ein Grundbedürfnis. Im Grünen wohnen und in der Stadt arbeiten, generiert jedoch einen überdimensionierten Pendlerverkehr auf Strasse und Schiene. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Zu Stosszeiten soll die Benützung der Strasse wie auch der Bahn teurer werden. Wohnen und Arbeiten sollen näher zusammenrücken. Dazu braucht es nebst verkehrstechnischen Lenkungsmassnahmen wie Roadpricing und Stossverkehrszuschläge auch entsprechende Arbeitszeitmodelle wie Homeoffice oder gleitende Arbeitszeiten.

Autos und Strassentransport ökologischer machen

Den gesamten Verkehr und jeden Transport von der Strasse auf die Schiene zu verlegen, ist nicht sinnvoll. Die Feinverteilung muss gezielt abgewickelt werden, damit sie möglichst effizient ist. Viele, die heute kein Auto besitzen, bestellen ihre Ware online. Ökologischer ist das aber nicht, da die Ware ja auch von A nach B transportiert werden muss und das teils durch ganz Europa. Transportwege müssen auf die Ware draufgeschlagen werden, damit regionale Produkte konkurrenzfähig sind. Um das Kabotageverbot durchsetzen zu können, braucht es mehr Kontrollen. Autos, Transport- und Gewerbefahrzeuge sollen ökologischer sein. Die Technologie dafür wäre zu grossen Teilen bereits vorhanden, doch die Preise übersteigen die Kaufkraft. Familien und Menschen mit kleinen Einkommen, die sich kein neues Fahrzeug leisten können, müssen sich auf dem Occasionsmarkt umsehen, wo es noch kaum ökologische Fahrzeuge gibt. KMU, vor allem Handwerker und Servicetechniker sind auf Fahrzeuge angewiesen. Die Stadt könnte Eintausch- oder Werbeflächenprämien für ökologische Transportmittel vergeben. Klar ist, dass die Umsetzung der Klimaziele nur erreicht werden kann, wenn nicht ideologische Parteiprogrammziele im Fokus stehen, sondern jede Partei für mehrheitsfähige Lösungen auch mal über den eigenen Schatten springen kann. Die EVP bietet Hand dazu.

Claudia Rabelbauer, Gemeinderätin EVP

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