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Pflegezentrum Käferberg

Unser Demenzgarten

26. September 2018 von

Herbstfarben im Rebberg-Areal.
Foto: Lina Maria Bardaje

Herbstfarben im Rebberg-Areal.

Foto: Lina Maria Bardaje
Foto: Lina Maria Bardaje
Foto: Lina Maria Bardaje

Mitarbeiterin im Gartendienst.

Von

Online seit
26. September 2018

Printausgabe vom
27. September 2018
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Die ersten Sonnenstrahlen fallen auf das trockene Laub und die Schwalben ziehen am Morgenhimmel vorbei. Die Farben des Herbstes lassen unseren Demenzgarten im Pflegezentrum Käferberg in einem ganz neuen Licht erstrahlen.

Bald feiert unser Demenzgarten sein einjähriges Dasein. Was noch vor einem Jahr erst in Planung war, ist heute zu einem wichtigen Aufenthalts- und Begegnungsort für unsere Bewohnerinnen und Bewohner geworden. Der Garten ist im Rebberg-Areal des Pflegezentrums angesiedelt und wird von fünf Wohngruppen umschlossen. Viele Gemüse- und Früchtesorten werden hier angebaut und von den Bewohnerinnen, Bewohnern und Mitarbeitenden zu feinem Gebäck oder Gerichten weiterverarbeitet.

Demenz und ihre Gesichter

Die Gegebenheiten des Gartens sind besonders auf die Bedürfnisse demenziell erkrankter Menschen ausgerichtet. Ergänzend zu den pflegerischen und medizinischen Leistungen, ist der Garten zu einem bedeutenden Bestandteil der Demenzbetreuung geworden. Menschen, die an Demenz erkranken, können den Alltag oft nicht mehr selbstständig meistern. Häufige Gründe dafür sind Beeinträchtigungen in der Wahrnehmung und in der Orientierung. Demenz hat viele Ausprägungen und zeigt sich auf unterschiedliche Art und Weise im Verhalten der Betroffenen. Die Veränderung des Ichs ist für nicht Erkrankte oft kaum greifbar. Für Betroffene und ihr ganzes Umfeld hat der Verlust aber lebensverändernde Folgen.

Unsere Aufgabe

Die Pflege und Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen erfordert viel Geduld, Rücksicht und Einfühlungsvermögen. Unser Pflegepersonal hat sich auf die verschiedenen Demenzarten und deren Ausdrucksformen spezialisiert und wird fortlaufend und nach aktuellen Erkenntnissen geschult. So wird für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ein entsprechender Rahmen geschaffen, in dem sie sich vertraut, geborgen und verstanden fühlen. Wir sind bestrebt, die Ressourcen jedes Einzelnen zu erhalten und zu fördern. Das tun wir, indem wir sie bei ihren individuellen Tagesabläufen und -strukturen begleiten und unterstützen. Die Werte und Haltungen der Bewohnerinnen und Bewohner stehen dabei im Mittelpunkt.

Brücken bauen

Das Ambiente auf den Abteilungen und in den Wohngruppen ist heimelig und familiär. Viele Bilder und Erinnerungsstücke in den Zimmern erzählen Geschichten von damals. Das «Damals» ist bei Demenzerkrankten äusserst präsent. Die Zeit im Garten weckt viele Erinnerungen aus der Kindheit. Das Pflücken und Kosten der Früchte, das Erleben der Natur; das sind die kleinen Schlüsselreize, die zu Erzählungen aus der Landwirtschaft oder dem eigenen Garten verleiten. Die Freude, die bei diesem Austausch entsteht, ist klar erkennbar.

Draussen im Garten

Der Garten ist zu jeder Jahreszeit geöffnet. So können die Wetterphänomene über das gesamte Jahr beobachtet, hautnah bestaunt und gespürt werden. In der Gartenzeit ist immer eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Aktivierungstherapie oder des Pflegedienstes anwesend. Der sogenannte Gartendienst bietet Unterstützung und Hilfestellung für die Bewohnerinnen und Bewohner. Die einen geniessen den herrlichen Ausblick auf die Alpen und den Zürichsee, die anderen bewundern die Blumenpracht und lauschen den Vögeln. Manche bleiben lieber für sich und andere gesellen sich zu Grüppchen. Zur Erhaltung der Beweglichkeit organisiert die Physiotherapie Gruppenaktivitäten, die bei schönem Wetter im Garten stattfinden. So trifft man auch auf Bewohnerinnen und Bewohner aus anderen Abteilungen und fördert den Gemeinschaftssinn. Jeder zieht somit seinen ganz eigenen Nutzen aus der Gartenzeit.

Lina Maria Bardaje

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