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Was nach dem Hitzesommer bleibt

26. September 2018 von

Eticus Rozas, Vorstand Grüne 6/10 und Kantonsratskandidat
Foto: zvg

Eticus Rozas, Vorstand Grüne 6/10 und Kantonsratskandidat

Von

Online seit
26. September 2018

Printausgabe vom
27. September 2018
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Ein Erfahrungsbericht nach einem Monat Zivildienst im Wald während des Hitzesommers. Vorgreifend: Es gab mehr Schaden, als momentan sichtbar ist.

Es war ein Sommer und wird wohl ein Herbst, den wir so schnell nicht vergessen. Drei Monate regnete es kaum einen Tropfen. Die Stadt ächzte unter der Hitze, Fische verendeten im Rhein, und auch im Wald wird man die Spuren des Hitzesommers bemerken. Die Folgen davon erlebte ich während meines Zivildiensteinsatzes im Pflanzgarten am Uetliberg.
Bäume sind auf Fotosynthese angewiesen. Dazu nehmen sie durch kleine Poren an den Blättern Kohlenstoffdioxid (CO2) auf. Dabei verdunsten erhebliche Mengen Wasser, bei einer ausgewachsenen Buche sind das bis zu 400 Liter pro Tag. Man kann sich ausmalen, wie sich drei Monate Trockenheit auf das Ökosystem des Waldes auswirken. Bei Laubbäumen sah man bereits anfangs August wie die Blätter braun wurden – ein Schutzmechanismus gegen Trockenheit. Der Borkenkäfer hat sich in dem für ihn sehr guten Klima rasant vermehrt und macht sich über die Fichtenbestände her. Viele Buchen verlieren Äste, weil sie diese nicht mehr mit Wasser versorgen können. Die meisten Schäden wird man aber erst nächstes Jahr sehen, wenn die Bäume wieder austreiben möchten.
Die Grünen haben deshalb, und wegen den vielen weiteren negativen Auswirkungen des Hitzesommers, im Kantonsrat ein ganzes Paket an Vorstössen zum Klimaschutz eingereicht. Denn auch in Zürich besteht dringender Handlungsbedarf. Regierung und Kanton sind jetzt in die Pflicht zu nehmen! Wem der Lebensraum Wald sowie unser Klima generell am Herzen liegen, dem kann man nur empfehlen, nächstes Jahr bei den Kantonsrats- und Nationalratswahlen die Grüne Liste einzuwerfen.

Kommentare

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14. Oktober 2018 um 14:53 Uhr von André

Ist bekannt, dass man Wege begehen kann diesem Dilemma begegnen zu können?

Ich bin mir übrigens dem Wortgebrauch und der Bedeutung von „können“ bewusst. Gehen ist eine unbewusste Gegebenheit des Menschen. Nicht immer tut er dies, auch wenn er es beherrschte.

Mittel und Wege gibt es, die es erlaubten dem Geschehen entgegenzuwirken. Der Klimaüberhitzung zu entrinnen. Irgendwann wird ein Können einem Müssen den Platz geben. Dafür kann man dann nicht mehr wählen, sondern muss es beschreiten.