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Stadtspital Zürich

«Wer wieder nach Hause will, kommt zu uns!»

30. Juni 2021 von

PD Dr. med. Michael Dietrich, Chefarzt Klinik für Orthopädie, Hand- und Unfallchirurgie, Stadtspital Waid und Triemli.

PD Dr. med. Michael Dietrich, Chefarzt Klinik für Orthopädie, Hand- und Unfallchirurgie, Stadtspital Waid und Triemli.

Von

Online seit
30. Juni 2021

Printausgabe vom
01. Juli 2021
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Jeder Unfall weckt speziell bei Senioren grosse Ängste. Denn lange im Bett zu liegen, ist beim älteren Menschen oft fatal. Das Waid setzt neue Massstäbe und erreicht so überproportional häufig, dass ein Verunfallter ins gewohnte häusliche Umfeld zurückkehren kann und nicht ins Alters- oder Pflegeheim muss. Wir haben den verantwortlichen Chefarzt befragt.

Sie sind ein «standortübergreifender» Chefarzt. Welche Schwerpunkte haben Sie für den Standort Waid festgelegt und welche fürs Triemli?

PD Dr. med. Michael Dietrich: Im Waid behandeln wir jegliche Probleme des Bewegungsapparats durch spezialisierte und sehr gut ausgebildete Orthopäden oder Unfallchirurgen. Sei dies eine Sportverletzung von jungen Athleten, ein Arbeits- oder gar ein Verkehrsunfall. Zusätzlich ist unsere Expertise in der Versorgung von unfallverletzen, älteren Menschen mittlerweile schweizweit bekannt. Diese liegt insbesondere in der interdisziplinären, bereichernden Zusammenarbeit mit der Altersmedizin. Diese Sparte wollen wir auch zukünftig weiter fördern und verbessern. Die Therapie jedes einzelnen, betagten Unfallpatienten wird mehrmals wöchentlich interdisziplinär und interprofessionell im ganzen Team besprochen. Dabei legen wir den Behandlungsplan individuell fest – zusammen mit den Altersmedizinern, Pflegespezialisten, mit dem Notfallpersonal, den Narkoseärzten, der Physiotherapie, der Ernährungsberatung, mit dem Sozialdienst und vielen anderen Spezialisten. Im Triemli bieten wir das ganze Spektrum der spezialisierten Unfallversorgung an sowie auch Sportchirurgie und Orthopädische Chirurgie.

Welche Operationen machen Sie selbst am häufigsten?

Mich fasziniert jegliche Art von Brüchen oder Verletzung an den Extremitäten, unabhängig vom Entstehungsmechanismus oder vom Alter der Patientinnen und Patienten. Besonders häufig und gerne führe ich Gelenkersatzoperationen von Hüft- und Kniegelenken durch – bei Arthrose oder anderen, gelenkzerstörenden Problemen. In der Notfallversorgung ist die Rekonstruktion von Knochenbrüchen beim älteren Menschen herausfordernd. Hier haben wir den Anspruch, diese Frakturen so gut und stabil zu flicken, dass eine sofortige Belastung möglich ist.

Wie viele Chirurginnen und Chirurgen umfasst ihr Team?

Das Team der Orthopädie, Hand- und Unfallchirurgie des Stadtspitals Waid und Triemli umfasst mehr als 50 Ärztinnen und Ärzte an beiden Standorten. Die Arbeit ist sehr vielfältig und das Team fachlich sowie menschlich grossartig. Das spüren unsere Mitarbeitenden, aber auch unsere Patientinnen und Patienten. Dieser Umstand macht uns als Arbeitsplatz sehr attraktiv und bringt uns in die grossartige Lage, immer wieder hervorragendes Personal für uns gewinnen zu können.

Welchen Ansatz verfolgen Sie mit Ihrem Schwerpunkt Geronto-Orthopädie bei Unfallverletzten?

Um einem betagten Patienten die Rückkehr nach Hause zu ermöglichen, ist es fundamental, die Bruchversorgung so auszuführen, dass eine sofortige Mobilisation mit Vollbelastung der Extremität möglich wird. Eine längere Immobilität ist beim älteren Menschen oftmals fatal. Mit unserem Ansatz erreichen wir es überproportional häufig, dass ein verunfallter Patient ins gewohnte häusliche Umfeld zurückkehren kann und nicht ins Alters- oder Pflegeheim muss. Hier setzen wir schweizweit hohe Massstäbe!

Welche neuen Ideen haben Sie?

Wir planen ein gut aufgestelltes Zentrum für jegliche Art von muskuloskelettalen Beschwerden. Auch die spezialisierte Orthopädie im Bereich von Hüft-, Knie- und Schulterprothetik möchten wir weiter ausbauen und einen neuen, speziell den Bedürfnissen unserer älteren Patienten angepassten Behandlungspfad einrichten. Es gibt etliche wissenschaftliche Studien, die eine deutliche Verringerung der Komplikationsrate und eine Verbesserung des Langzeitüberlebens dokumentieren. Als Grundlage dafür gilt das professionelle Zusammenspiel der spezialisierten Berufsgruppen, wie dies schon heute im Waid der Fall ist.

Was wünschen Sie sich beruflich und privat für die nächsten Monate?

Wir waren in der privilegierten Lage, während der Pandemie arbeiten zu dürfen und gebraucht zu werden. Wie in vielen Betrieben macht sich aber auch bei uns das lange Fehlen von gemeinsamen Anlässen und Veranstaltungen bemerkbar. Es wäre schön, bald wieder tolle Team-Anlässe und gemütliche Sommerfeste durchführen zu dürfen. Privat wünsche ich mir als Vater von 16-jährigen Zwillingen, dass diese beiden endlich ein normales Teenager-Leben mit allem Drum und Dran erleben können.

Interview: Markus Meier

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