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Quartierleben

Wünsch Dir was, Wipkingen!

25. September 2020 von

Zum Start der Ideenphase fand der Parking Day statt, zwei Parkplätze wurden bespielt, hier beim Denner.
Foto: CC Urban Equipe

Zum Start der Ideenphase fand der Parking Day statt, zwei Parkplätze wurden bespielt, hier beim Denner.

Von

Online seit
25. September 2020

Printausgabe vom
01. Oktober 2020
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Was fehlt Wipkingen noch zu seinem Glück? Quartierbewohner*innen und -nutzer*innen haben jetzt die Gelegenheit, ihr Quartier mitzugestalten. Die Ideenphase des Pilotprojekts «Quartieridee» läuft bis zum 24. Oktober.

Eine Gruppe interessierter Frauen und Männer hat sich um Lars Kaiser von Urban Equipe und Maximilian Stern, Vertreter der Stadtentwicklung Zürich und Projektleiter Smart City, auf dem Röschibachplatz versammelt. Auf dem Programm steht ein Spaziergang zum Thema «Unterwegs in der smarten Stadt». Im Zentrum steht ein Fussgängerzähler, der auf dem Letten-Viadukt installiert ist. Diese Art von Datensammlung darüber, wie die Stadtbevölkerung sich verhält, welche Plätze und Wege wie und wann benutzt werden, bildet eine wichtige Grundlage für Entscheidungen, die in der Stadtentwicklung gefällt werden müssen. Das sind Fragen wie: Wo machen Abfalleimer Sinn, wie oft müssen sie geleert werden? Wo braucht es einen Spielplatz, welche Wege werden eher von Fussgänger*innen, welche eher von Fahrradfahrer*innen genutzt? Wie mit diesen Daten umgegangen werden soll, ist allerdings ein Thema, das alle noch länger beschäftigen wird.

Es ist bereits der dritte Themenstreifzug im Quartier, seit die «Quartieridee» am 18. September gestartet ist. Bei diesem Pilotprojekt handelt es sich um eine Form des «Partizipativen Budgets», bei der ein bestimmter Betrag, in diesem Fall sind es 40000 Franken, für Projekte gesprochen werden kann, die aus der Bevölkerung vorgeschlagen werden. Im Laufe der kommenden Wochen werden neben solchen Rundgängen auch Ideen-Treffs an verschiedenen Orten stattfinden. Hierhin kann kommen, wer sich vernetzen möchte, Inspiration sucht oder Unterstützung braucht beim Formulieren und Eingeben seiner Idee in die digitale Plattform, auf der alle Vorschläge gesammelt werden. Diese Offline-Veranstaltungen sind wichtig, denn sie ermöglichen es auch Personen, die in der digitalen Welt nicht zu Hause sind, ihre Ideen und Wünsche einzubringen. Entwickelt wurde dieses Projekt vom Verein Nextzürich, ausgearbeitet und durchgeführt wird es von der Urban Equipe. Die Stadtentwicklung Zürich begleitet und unterstützt das Pilotprojekt im Rahmen der SmartCity-Strategie und des Strategieschwerpunkts «Smarte Partizipation erproben» des Stadtrats. Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen der Stadt eine Grundlage zur Beurteilung der Frage liefern, ob das partizipative Budget ein geeignetes Instrument darstellt, um die Partizipation der Quartierbevölkerung zu stärken, schreibt die Stadtentwicklung in ihrer Medienmitteilung.

Quartierverein unterstützt Projekt kommunikativ

Nach langer Vorbereitung und einigen Corona-bedingten Verschiebungen konnte die Ideenphase der «Quartieridee Wipkingen» doch noch in diesem Jahr durchgeführt werden. Der Quartierverein Wipkingen hatte das Projekt gemeinsam mit den obengenannten Vereinen Nextzürich und Urban Equipe initiiert und ist mit der Idee eines partizipativen Budgets auf die Stadtentwicklung der Stadt Zürich zugegangen, welche die «Quartieridee» nun auch unterstützt und begleitet. «Der QVW hat bei den Vorbereitungsarbeiten einen wichtigen Beitrag geleistet. Aufgrund der Coronakrise fehlen ihm jedoch die personellen Ressourcen, um auch operativ bei der Umsetzung tätig zu sein. Er unterstützt das Projekt aber weiterhin kommunikativ», so die Organisator*innen.

Nicht nur Ideen deponieren, sondern auch umsetzen

Bis zum 24. Oktober können alle Wipkinger*innen und alle, die hier arbeiten oder ihre Freizeit hier verbringen, ihre Ideen auf der Online-Plattform eingeben. Dies ganz unabhängig von Alter, Nationalität und Wohnsitz. Ganz ohne Bedingungen geht es allerdings nicht. Die eingegebenen Vorschläge sollen einen öffentlichen Nutzen und gemeinschaftlichen Mehrwert haben und nicht primär gewinnorientierten Zwecken dienen. Ausserdem sollen sie wenn möglich von den Ideenträger*innen selber oder von Organisationen im Quartier umgesetzt werden können. In einer Machbarkeitsprüfung wird nach Abschluss der Ideenphase beurteilt, welche Vorschläge es ins Rennen ums Quartierbudget schaffen. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn auch Visionen, die das Budget sprengen oder die es aus anderen Gründen nicht in die Online-Abstimmung schaffen, aber einen Mehrwert generieren, sollen von der Urban Equipe und der Stadtverwaltung diskutiert werden.
Im Winter wird schliesslich darüber abgestimmt, wie die 40000 Franken des Quartierbudgets auf die gesammelten Ideen verteilt werden. Geht es nach den Organisator*innen, sollen bereits 2021 die beliebtesten Projekte Realität werden können.

Wege der Mitgestaltung finden

«Die <Quartieridee Wipkingen> ist ein Versuch», betonen die Organisator*innen auf der Plattform: Es geht darum herauszufinden, wie mehr Menschen in ihrem Quartier direkt mitreden und mitgestalten können. «Wir finden, es ist höchste Zeit, dass dafür neue Wege gefunden werden. Darum initiierten wir dieses Pilotprojekt. Insofern wird auch noch nicht alles perfekt sein. Lieber wollen wir viel lernen und den Prozess stetig verbessern.» Bis Redaktionsschluss sind 27 Ideen auf der Plattform eingegeben worden. Darunter finden sich eher offen formulierte Vorschläge wie generell ein grüneres Wipkingen oder alte Forderungen wie Fussgängerstreifen über die Rosengartenstrasse. Es gibt grosse Projekte wie mehr Zugang zur Limmat oder die Aufwertung des Wipkingerplatzes. Daneben finden sich aber auch ganz konkrete und einfach umsetzbare Wünsche wie die Errichtung eines Quartierkomposts, eine öffentliche Grillstelle oder ein Pingpongtisch auf dem Röschibachplatz. Ob Megavision oder Mikroprojekt: Es ist noch ganz viel Raum für mehr Ideen. Was zurzeit fehlt ist Diversität. Mitwirken können und sollen alle Bevölkerungsgruppen, nicht nur gebildete Personen der Mittelschicht oder solche, die sich ohnehin schon engagieren. Wie die anderen erreicht werden können, wird hoffentlich im Laufe des Versuchs besser erkennbar.

Quartieridee – Pilotprojekt in Wipkingen
Bis zum 24. Oktober können Wipkinger*innen Vorschläge auf www.quartieridee.ch eingeben, diskutieren oder an entsprechenden Events dafür Verbündete finden.
Kommende Anlässe
Freitag, 2. Oktober, 18 Uhr, Grünraum-Streifzug
Samstag, 3. Oktober, 14 Uhr, Treffpunkt-Brennpunkte, Anmeldung erforderlich
Freitag, 9. Oktober, 13 Uhr, Ideen-Treff beim Bahnhofreisebüro
Weiter Anlässe unter www.quartieridee.ch

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