«Zehn Leben» im Friedhof Forum gehen in Verlängerung

Die Audioinstallation «Zehn Leben – Die Geschichte einer Stadt» im Friedhof Forum stösst auf grosse Begeisterung. Deshalb wird sie nicht wie geplant im Juli 2026 durch eine neue Ausstellung ersetzt, sondern um ein Jahr verlängert, bis zum 15. Juli 2027.

Foto: Stadt Zürich

Seit September 2025 ist im Friedhof Forum, dem Museum über Leben und Tod, die Audioinstallation «Zehn Leben» zu sehen. Sie erzählt anhand von zehn Menschen, die auf dem Friedhof Sihlfeld begraben wurden, 200 Jahre Zürcher Geschichte – packend und erfolgreich, wie es in einer Medienmitteilung heisst.

«Anders als bei sonstigen Ausstellungen wird die Nachfrage nicht stetig kleiner, sondern im Gegenteil laufend grösser», sagt Reto Bühler, Leiter des Friedhof Forum. Die Ausstellung wird deshalb nicht wie geplant im Juli 2026 durch eine neue ersetzt, sondern um ein Jahr verlängert, bis am 15. Juli 2027.

Zürcher Geschichte erlebbar machen

Ziel der Installation ist es, der Zürcher Bevölkerung die Geschichte ihrer Stadt niederschwellig, frisch und konkret zugänglich zu machen. Besucher*innen können sich rund eineinhalb Stunden lang auf eine Zeitreise begeben – geschrieben von Michèle Wannaz und gelesen von Thomas Sarbacher. Der Eintritt ist frei.

Das Ganze beginnt mit der «Heidi»-Autorin Johanna Spyri. Der Reigen setzt sich fort mit Stadtingenieur Arnold Bürkli, der sein Büro in Spyris Wohnhaus hat. Es folgen, kunstvoll ineinander verschränkt, prägende Momente aus den Biografien von Hulda Zumsteg, welche die Kronenhalle gründet, Dadaist Walter Mehring, der in dieser begeistert verkehrt, oder Filmproduzent Lazar Wechsler, der als immigrierter Jude im Zweiten Weltkrieg die Geistige Landesverteidigung der Schweiz prägt wie kein anderer.

Illustre Namen

Weitere Rollen spielen die Schriftstellerin Mariella Mehr, die als jenisches Kind ihren Eltern entrissen und zur wohl wichtigsten Schweizer Stimme gegen fürsorgerische Zwangsmassnahmen wird, die heroinabhängige Brigitte B., die Mariella Mehrs Sohn Christian auf dem Platzspitz kennenlernt, die Stadträtin Emilie Lieberherr, die diesen Platzspitz räumen muss, der Arbeitsmigrant Mario Brusadin, der Zürich richtig lieben lernt, und Musiker Martin Stricker, der hier mit seiner Band das Genre Death Metal erfindet.

Einige der zehn Menschen sind bekannt, andere vollkommen unbekannt. Ihre Geschichten finden sich in keinen Büchern, sondern wurden der Autorin Michèle Wannaz von ihren Kindern und Freund*innen erzählt.

Für die reich bebilderte Begleitpublikation wurden aus diversen Archiven fotografische Perlen ausgegraben und, analog zum (Hör-)Text, in einer Art Fotoroman auf überraschende Weise miteinander verwoben.

Kooperation zwischen dem Friedhof Forum und Einfach Zürich

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Friedhof Forum und dem Verein Einfach Zürich, der die Geschichte von Stadt und Kanton vermittelt – mit einer permanenten Ausstellung im Landesmuseum und einem Veranstaltungsprogramm, das auf verspielte Weise an diese anknüpft. Im Rahmen dieses Programms findet auch «Zehn Leben» statt.

Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich

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