Städtische Notschlafstelle wurde vermehrt besucht

Während den Wintermonaten fanden mehr Personen in Not ein Bett an der Rosengartenstrasse als im letzten Winter. Die enge Zusammenarbeit, unter den städtischen Angeboten wie auch mit privaten Einrichtungen, funktionierte effizient.

Die Schlafzimmer sind mit Etagenbetten ausgestattet. (Foto: dad)

Die Stadt Zürich bot in der vergangenen Wintersaison (Zeitraum von Anfang November 2023 bis Ende März 2024) jederzeit Unterstützung für obdachlose Einzelpersonen und Familien, wie einer Medienmitteilung der Stadt Zürich zu entnehmen ist. Die städtische Notschlafstelle befindet sich an der Rosengartenstrasse in Wipkingen.

Dank der engen Zusammenarbeit mit sip züri konnten Personen an die Angebote triagiert und notfalls auch mitten in der Nacht zu einem warmen Bett in der Notschlafstelle begleitet werden. Im Sinne der Nothilfe stand auch für Menschen ausserhalb der Zuständigkeit der Stadt Zürich in Notsituationen ein Bett für eine Nacht oder ein Wochenende zur Verfügung.

Genügend Kapazität

Zwischen Anfang November und Ende März haben 360 Personen rund 5700 Mal in der Notschlafstelle übernachtet, das sind 115 Personen mehr als letzten Winter. Frauen machten rund einen Fünftel der Übernachtenden aus. Die meistbesuchte Nacht war diese Wintersaison der 22. Februar mit 54 Personen, am wenigsten besucht war mit 24 Personen der 31. Dezember. Die durchschnittliche Belegung lag bei 38 Personen.

Rund 40 Prozent der Nutzer*innen hatten ihren Wohnsitz ausserhalb der Stadt Zürich, 27 Prozent gaben einen Wohnsitz im Ausland an. Für diese Zielgruppe bietet die städtische Notschlafstelle nur im Rahmen der Nothilfe für einzelne Nächte Übernachtungsmöglichkeiten an.

So entfielen mit 94 Prozent auch die allermeisten Übernachtungen auf Stadtzürcherinnen. Deren Aufenthalt in der Notschlafstelle ist grundsätzlich auf vier Monate beschränkt. In dieser Zeit wird von den Fachpersonen der Anschluss an das weitere Hilfssystem organisiert.

Zwischen November und März wurden daneben auch von Wohnungs- oder Obdachlosigkeit bedrohte oder betroffene Familien in der Notunterkunft für Familien untergebracht. Ihre Anzahl ist mit 46 Familien diesen Winter verhältnismässig stabil. Bei dieser Zielgruppe ist die Integration in den ersten Wohnungsmarkt oberstes Ziel.

Kältepatrouille bei Minustemperaturen

sip züri suchte in ihrer Aufgabe als städtische Sozialambulanz diesen Winter ca. 80 Schlafplätze regelmässig auf, die von Obdachlosen genutzt wurden. Rund 350-mal haben die Teams dort Menschen angetroffen und dabei 140 Beratungen durchgeführt.

Bei einem Fünftel der Angetroffenen handelte es sich um Frauen. Bei Minustemperaturen sind zudem jeweils bis 2 Uhr morgens spezifische «sip-züri-Kältepatrouillen» unterwegs. Dies war in den vergangenen fünf Monaten in 62 Nächten notwendig.

Mit ungenügender Ausrüstung für Kälte kann die Übernachtung im Freien lebensgefährlich sein. Dies war bei 12 Personen der Fall. Die meisten von ihnen konnten durch die Mitarbeitenden von sip züri motiviert werden, eine Notschlafstelle aufzusuchen.

Bei ungenügender Ausrüstung sowie wenn andere Anzeichen von Selbstgefährdung wie übermässiger Substanzkonsum oder Suizidalität vorliegen, wird eine Notärzt*in zugezogen. Dies war auch diesen Winter nur drei Mal der Fall.

(Quelle: Medienmitteilung Stadt Zürich Soziale Einrichtungen und Betriebe)

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